Die Pilzzucht auf Stroh ist eine weitere Möglichkeit des Pilzanbau. Sie ist noch recht einfach und es kann mit einer Ernte nach nur wenigen Monaten gerechnet werden. Der Aufwand ist etwas größer als der Pilzzucht im Erdbeet, da hier der zunächst ein Strohballen besorgt und dieser vorbereitet werden muss. Dafür durchwächst das Myzel schnell das Stroh und es kann bald geerntet werden. Zudem gibt es ein große Auswahl an kultivierbaren Pilzsorten.

Halbschatten bis Schatten ist ideal

Wie eigentlich bei allen Anbaumethoden ist auch bei der Pilzzucht auf Stroh ein halbschattiger bis schattiger und windgeschützer Platz ideal. Allerdings bietet der Pilzanbau auf Strohballen mehr Standortmöglichkeiten. Es kommt der passende Platz am Gartenschuppen oder Mauern sowie geeignete Ecken im Garten in Frage. Der Anlagezeitraum ist entweder im Frühjahr oder im Herbst.

Stohballenauswahl und Vorbereitung

Zunächst muss ein Strohballen besorgt werden. Die in der Regel angebotenen Pilzbruten sind für Strohballen von etwa 50 x 50 x 50 cm ausgelegt. Wichtig ist zu beachten, dass es Stroh vom Biobauern ist. Hier ist ausgeschlossen, dass keine Fungiziede in Stroh enthalten sind. Das Stroh muss zudem frisch sein. Das erkennt man an der goldgelben Farbe und es riecht gut.

Der Strohballen muss nun gewässert werden. Dazu legt man diesen mindestens 12 Stunden maximal jedoch 24 in einen Behälter und beschwert den Ballen. Er muss komplett unter Wasser sein. Danach lässt man Ihn für etwa 2-3 Stunden abtropfen.
Ein Tipp: feuchtes Stroh kann sehr schwer werden, darum ist es gut den Strohballen in der nähe des Aufstellortes zu wässern.

Strohballen gleichmäßig beimpfem

Ist der Strohballen nun vorbereitet kann dieser beimpft werden. Dazu können Impfdübel, Pilzsubstrat oder Körnerbrut verwendet werden. Je nach Hersteller sind eine oder mehrere Varianten Verfügbar. Um den Ballen zu beimpfen werden gleichmäßig um den Strohballen Löcher 10 – 15 cm tief eingedrückt, so zum Beispiel mit einem Pflanzholz. In jedes Loch kommt dann eine etwa walnussgroße Menge Körnerbrut oder Substrat beziehungsweise ein Impfdübel. Nun die Löcher wieder zudrücken. Wichtig ist, dass mit sauberen Werkzeugen und Händen gearbeitet wird. Am besten steril.

Um den Strohballen in der Durchwachsphase vor Austrocknung oder zu viel Wasser zu schützen kann dieser mit einer Plane oder einer einfachen Überdachung abgedeckt werden. Wichtig ist dabei, dass der Strohballen ausreichend belüftet ist, damit dieser nicht schimmelt. Bei idealer Witterung und je nach Pilzart dauert die Durchwachsphase 4 – 12 Wochen. Dabei ist auf Bodenkontakt des Strohballens zu achten. Das Myzel zieht so zusätzlich Nährstoffe.

Durchwachsphase bei 10 – 25 Grad Celsius

Bei der Durchwachsphase sollte man die Strohballen- Innentemperatur im Auge behalten. Diese sollte nicht über 34 Grad Celsius liegen. Auch die Feuchtigkeit muss von Zeit zu Zeit überprüft werden. 4 cm unter der Oberfläche sollte das Stroh noch feucht sein. Bei einem guten Standort ist der Pflegeaufwand jedoch relativ gering.

Ernte über mehrere Wochen

Wenn es optimal läuft kann nach wenigen Wochen geerntet werden und es sind Erntewellen über mehrere Wochen zu erwarten. Der Ertrag liegt bei etwa 30 Prozent des Gewichts des Strohballens. Manchmal auch mehr. Die Pilze werden dann einfach von dem Strohballen abgedreht.

Fazit:
Die Pilzzucht auf Stroh bietet so einige Vorteile wie eine schnelle Durchwachsphase, Ernte nach wenigen Wochen, leicht zu beimpfen, flexiblere Standortwahl. Zudem läuft diese Anbaumethode in der üblichen Gartenlaufzeit mit. Nachteilig kann empfunden werden, dass etwas Aufwand und Vorbereitung nötig ist und Biostroh sollte verfügbar sein. Dafür hat man aber eine große Auswahl an Pilzsorten und einen recht sicheren Ertrag.

Pilzzucht im Beet, Pilzzucht auf Holz

mögliche Pilzsorten

Impfdübel:

Substrat/ Körnerbrut:

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