Pilze auf Baumstämmen anzubauen ist die wohl aufwendigste Art drs Pilzzucht. Dabei muss man sagen, dass der Aufwand aber sehr gut zu bewältigen ist. Beim Pilzzucht auf Holz muss etwas mehr Arbeit und Zeit investiert werden, dafür wird man aber mit einer Ernte über mehrere Jahre belohnt. Zudem kann der Pilzanbau auf Holzstämmen mit dem Leuchtpilz auch wunderbar den Garten gestalten und wird Besucher faszinieren.

Laubbäume sind geeignetes Holz

Für den Anbau von Pilzen auf Baumstämmen sind in der Regel Laubhölzer sehr gut geeigent. Hier ist aber auf die Feuchtigkeit und die Qualität des Holzes zu achten. Baumstämme sollten nicht bereits von Fremdpilzen besiedelt sein, also zu alt, oder noch zu jung sein. Bei zu jungem Holz kann es sein, dass die Abwehrkräte des Baumes noch zu sehr vorhanden sind und die Besiedelung des Pilzes hemmen.

Das ideale ist Holz ist 3 – 4 Wochenalt, aber nicht älter als 6 Monate sein. Es hat eine Feuchtigkeit von etwas 50 – 60 Prozent, miteinem Durchmesser von 15 bis 30 cm und einer Länge bei etwa 30 bis 35 cm.
Ist das Holz zu trocken muss dieses 12 – 24 Stunden gewässert werden .

Eine Ausnahme bildet hierbei aber der Shitake Pilz, welcher auf Stämmen mit einem Durchmesser von 15 cm und einer Länge von 1 Meter angebaut werden. Häufig verwendetes Holz sind Harthölzer wie Buche, Ahorn oder Eiche. Diese bieten die längste Ertragsdauer.

Beimpfung des Holzes

Zum Pilzzucht auf Holz im eigenem Garten eignen sich am besten die Dübelimpfmethode, sowie die Schnittimpfmethode. Die Baumstumpfimmethode wird auch oft genannt, allerdings hat man im Garten selten mehrere oder neue Baumstümpfe zu Verfügung.
Die Dübelimpfmethode ist dabei recht einfach. Hier werden beimpfte Dübel in das Holz gebracht und dem Holzstamm zu durchwachsen. Mit einem 8 – 9 mm dicken Holzbohrer werden etwa 5 cm tiefe Löcher gleichmäßig (nach Anzahl der vorhandenen Dübel und angaben der Hesteller beachten) um den Holzstamm verteilt gebohrt.

Die Dübel werden nun mit einem Hammer eingeschlagen und die Impfstellen mit etwas Wachs verschließen. Die so beimpften Stämme nun auf einer Pallette lagern und mit einer Plane lüftig abdecken. Der Lagerort sollte windgeschützt, feucht und schattig sein. Die Stämme durchen nicht austrocken und keinen frost abbekommen. Also nicht zu zeitig im Jahr beimpfem.
Die Dübelimpfmethode eigente sich sehr gut für kurze Stämme.

Bei der Schnittimpfmethode wird Getreide- oder Körnerbrut verwendet und sie ist für lange 1 Meter Stämme sehr gut geeignet. Die Stämmer werden dabei zweimal von oben und einmal von unten bis etwas zur Stammmitte eingeschnitten. Die Schnitte sollte gleichmäßig verteilen, sich dabei gegenüber liegen und nicht näher als 30 cm an den Stinseiten des Holzes gesetzt werden.
Nun werden die Schnitte mit Getreide- oder Körnerbrut vollgestopft und mit Klebeband verschlossen. Die Stämme werden dann wie bei der Dübelimpfmethode gelagert, sollten jedoch vor Nagern geschützt werden. Diese vergreifen sich nur zu gern an der Körnerbrut.

Durchwachsphase

In der Durchwachsphase durchwächst das Myzel den Baumstamm. In der Regel dauert dies von Frühling bis Herbst. Wie schnell das Maycel durchwächst, hängt natürlich vom Pilz ab. Austernpilze durchwachesen den Stamm sehr schnell. Shitake braucht oft ein Jahr, manchmal auch länger.

Beeinflussend für das Durchwachsen sind dazu auch die Holzart, sowie die Stammdicke. Je härter und dicker das Holz, desto länger die Durchwachsphase. Ebenfalls beeinflusst die Standortwahl die Durchwachsdauer. Ein schattiger, windgeschützter Platz ist ideal. Unter Plane sollte regelmäßig die Holzfeuchte kontrolliert werden. Das Holz muss entsprechend befeuchtet werden und darf nicht austrocknen.

Die Durchwachsphase ist abgeschlossen, wenn das Myzel als weißes Geflecht an den Stirnseiten und der Impfstelle des Holzestückes zeigt. Es kann an seinen endgültigen Standort ausgepflanzt werden.

Endgültiger Standort

Bei der Wahl des endgültigen Standortes sollte auf ein feuchtes und warme Mikroklima geachtet werden. Geeignete Stellen sind halbschattig bis vollschattig, windgeschützt und finden sich meist unter Laubbäumen und Sträucher. Wenn man in die Natur schaut sind dies die Orte von Farne und Moose wachsen.

Lange Stämme, außer Shitake beimpfte, werden nun gedrittelt. Die Stämme werden dann etwa 10 cm tief in die Erde eingegraben. Bei Stämmen der Schnittimpfmethode ist darauf zu achten, dass der Impfschnitt beim Eingraben nach unten zeigt. So wird schneller Erdmyzel gebildet und der Pilz versorgt sich selbst mit zusätzlichen Nährstoffen aus dem Boden.

Die Stämme müssen dabei nicht unbedingt in ein Pilzbeet eingegraben werden. Der Pilzzucht auf Holz kann auch in entsprechend großen Blumentöpfen erfolgen.

Nachdem der Stamm eingegraben ist, muss dieser ordentlich angegossen werden. Das Eingraben der Stämme erleichtert das Feuchthalten der Stämme und sehr wichtig für die Ausbildung der Frucjkörper. An dem Standort sollte zudem das Gras kurz gehalten werden, so haben es Schnecken und andere Schädlinge schwieriger sich zu verkriechen und über die Pilze herzufallen.
Die Fruchtkörper bilden sich direkt auf dem Stamm, können aber auch aus dem umliegendem Erdreich spriessen.
Diese Vorgehen kann bei allen Pilzarten auf Holz angewendet werden.

Der Pilzzucht auf Holz bei Shitake erfolgt jedoch etwas anders. Das Myzel ist zunächst weiß, verfärbt sich dann aber bräunlich. Die Stämme werden auch nicht eingegraben und haben keinen direkten Erdkontakt. Dies Stämme werden waagerecht gestapelt oder aufgehangen.
Zudem müssen die Stämme während der Fruchtkörperbildung und Ernte mit ausreichend Wasser versorgt werden.

Um die Fruchtkörperbildung des Shitake anzuregen, müssen die Stämme 24 Stunden in kaltes Wasser getaucht werden. Dies geschieht am besten Mitte Juni und Anfang August. Direkt nach dem Wässer sollen die Stämme einige Male kräftig auf den Boden geschlagen werden(es entsteht ein leichter Wundreiz im Myzel, was die Fruchtkörperbildung zusätzlich anregt). Die Stämme müssen dann noch täglich gegossen werden, besonders wenn die ersten Fruchtkörper aus dem Stamm hervor treten.

Sobald die Fruchtkörper groß sind, wird das giessen reduziert und nach der Ernte eingestellt.
Die Stämme müssen nun wieder trocknen um im nächsten Jahr wieder gewässert, gestampft und gegossen werden zu werden.

Erntephase

Sobald die ersten kleinen Fruchtkörper an den Stämmen zu sehen sind befinden wir uns in der Erntephase. Bis die Pilze groß genung sind, sollten die Stämme feucht gehalten werden. Die Pilze werden dann einfach mit dem Messer angeschnitten.
Der Pilzzucht auf Holz kann je nach Pilzartt sowie dem Durchmesser der Stämme über mehrere Jahre Erträge liefern. Dabei bietet Hartholz etwa 4-5 Jahre lang Ernten mit einem Ertrag von 20 bis 30 Prozent des Gewichts des Holzstammes.

Pilzzucht auf Stroh, Pilzzucht im Beet

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